Callista Gebser und das erste Haus in Wlotzkasbaken

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Swakopmund (sk) – In der Prinzessin-Rupprecht-Residenz Ecke Bismarck- und Anton-Lubowski-Straße wohnt die 87jährige Callista Mühlbach, deren Vater Hans Gebser das erste Haus in Wlotzkabaken errichtete.
Callista Gebser wurde am 1. Januar 1928 in Windhoek geboren und ging bis zum Kriegsausbruch in die Deutsche Schule in Gibeon, die dann geschlossen wurde. Bis zum Matrik besuchte sie die Holy-Cross-Convent-School in Windhoek als auch das ,,Mutterhaus” des Convent in Aliwal-North – wie sie es nennt. Tatsächlich gab es im Kap bereits drei Heiligenkreuz-Convent-Schulen, nämlich in Kapstadt, George und Aliwal-North, bevor auch eine in der Hauptstadt des damaligen Südwestafrika 1951 registriert wurde. Der Windhoeker Convent begann im Jahr 1906 mit der Höheren Töchterschule und sieben Schülerinnen.

Callista Juli 2015crop

Die 87jährige Callista Mühlbach (geb. Gebser) in der Prinzession-Rupprecht-Residenz. Foto: Susann Kinghorn

Eigentlich wollte Callista Gebser gern Medizin studieren. Die Studienplätze aber wurden damals vor allem an die aus dem Krieg heimkehrenden Soldaten vergeben, sodass für sie kein Platz war. Somit ließen ihre Eltern Hans Gebser und Anna Maria (geb. Stelzmann) sie nach einem BA-Studienjahr am Carinus Nursing College in Kapstadt zur Krankenpflegerin ausbilden. Außerdem belegte sie einen Hebammen-Kursus in Pietermaritzburg. Knapp vier Jahre lang arbeitete Callista Gebser am Rondebosch Cottage Hospital, bevor sie von 1951 bis 53 im Krankenhaus in Maltahöhe tätig war.
1954 reiste Callista mit ihrer Mutter Anna und Schwester Lotti nach Deutschland und in die Schweiz, wo sie den Kaufmann/Lehrer Alois Mühlbach kennenlernte und in Frankfurt/ Höchst heiratete.

Callista Gebser Mutter Anna Lindi Lotti1947

Die 19jährige Callista Gebser (links) im Jahre 1947 mit ihrer 57jährigen Mutter Anna Maria (geb. Stelzmann) und ihren Schwestern Lindi (17) und Lotti (15). Foto: Privat

1955 kam Sohn Hanspeter zur Welt. Im Januar 1956 zog die Familie nach Südwestafrika auf die elterliche Farm Nudupsdrift bei Maltahöhe. 1957 erblickte Cordula in Swakopmund das Licht der Welt. Da Alois Mühlbach als Farmverwalter nicht geeignet war und zu viele eigensinnige Ideen hatte, beschloss Vater Hans Gebser diese Aufgabe seiner Tochter Lindi und deren Mann Ludwig zu übergeben.
Callista und Alois Mühlbach zogen nach Windhoek, wo Tochter Dorothea 1960 geboren wurde. Alois Mühlbach arbeitete bei Teuber und Corsen als Kaufmann.
Die Ehe verlief unglücklich. 1963 arbeitete Callista ein Jahr in Gobabis, bevor sie sich 1964 endgültig von ihrem Mann trennte.
Alois Mühlbach verließ Afrika mit seinem damals 9jährigen Sohn Hanspeter und wohnte in seinem Elternhaus in Frankfurt/Höchst.
Die noch bestehenden Hypotheken des Windhoeker Hauses und die Schulgelder der beiden Töchter stellten eine große Belastung für die nunmehr 38jährige Callista dar. Sie arbeitete sich jedoch stetig hoch, machte weitere Examen als Krankenschwester und schaffte es auch ohne Mann. Ihr Bruder Walter war ihr in dieser Zeit eine große Hilfe….
Fortsetzung folgt!

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