Locker vom Hocker: Das ist Namibia!

Liebe Leser!

Bei einem Besuch auf der Gästefarm Albrechtshöhe bei Karibib, die kürzlich von der vierten Generation Weiss übernommen wurde, lief ich, wie immer, wenn Namibias traumhafte Natur ruft, querfeldein durch das Veld. Plötzlich befand ich mich in einem fast undurchdringlichen Dickicht von dornigen Rotrindenakazien, sodass ich mich stellenweise auf den Boden legen musste, um überhaupt einen Durchgang zu finden und nicht von den widerspenstigen Widerhaken der Minidornen erfasst zu werden. Somit habe ich einmal persönlich erfahren dürfen, welch ein Problem solch eine Verbuschung in unserem Land der ansonsten recht offenen Savannenlandschaft mit ausgedehnten Grasflächen ist – ganz zu schweigen vom Kopfzerbrechen der Farmer, die tagtäglich gegen diese Invasion zu kämpfen haben. Ich hätte nie gedacht, dass die Buschwelt dieses Landes mich einmal so unangenehm einfangen würde.
Kaum zu glauben, aber wahr…das ist Namibia!
Eine Bekannte erzählte, dass ein damarasprachiger Mann einmal mit einem Buttermesser – ja, Buttermesser!!! – in der Stirn in einem Swakopmunder Krankenhaus auftauchte und sein Begleiter ständig um ihn herumflatterte. Die Krankenschwester meinte daraufhin zum Begleiter: ,,Du bist aber ein wirklich guter Freund, dass du dir solche Sorgen machst.” Was war die Antwort des ‘Freundes’? – ,,Das ist mein Messer!”
Kaum zu glauben, aber wahr…das ist Namibia!

In einem Windhoeker Krankenhaus, weiss eine Freundin zu berichten, erschien mal ein ovambosprachiger Mann, ebenfalls mit einem Messer im Kopf. Die Krankenschwester war noch dabei, ihr betroffenes ,,Uuuhhh” und ,,Aaahhh” zu äußern, da befahl der Verletzte: ,,Sister, trek uit daai ding!”
Kaum zu glauben, aber wahr…das ist Namibia.
Und wo wir schon bei Krankenhäusern sind, hier auch ein Erlebnis meines Sohnes während einer Famulatur im Welwitschia-Krankenhaus in Walvis Bay. Während der dort tätige Arzt, Dr. Roberts, gemeinsam mit meinem Spross um das Leben eines Babys kämpften, stand die Mutter etwas abseits und war ununterbrochen mit ihrem Handy zugange.

Kaum zu glauben, aber wahr…das ist Namibia!

Ich stehe mittags an einer für mich roten Ampel an der Ecke Sam Nujoma Avenue/Hendrik Witbooi Street in der Swakopmunder Hauptstraße, die früher den Namen jenes deutschen Kaisers und preußischen Königs trug, der sich vor allem durch seinen markanten Respektbalken über der Oberlippe visuell ins Gedächtnis gebrannt hat. Plötzlich hubt das Auto rechts vor mir, eine Dame kurbelt ihr Fenster herunter und ruft hemmungslos heraus: ,,Die zip van jou broek is oop.” Ich habe gerade noch Zeit ihr dankend zuzuwinken, bevor sie durch die für sie inzwischen grün gewordene Ampel braust. Dann habe ich den Reisverschluss meiner Hose zugezogen und schallend gelacht. Wo gibt es das in der Welt – dass eine Autofahrerin sich mitten in der Hauptstraße einer Stadt genötigt fühlt, eine Passantin auf ihren offenen Hosenschlitz aufmerksam zu machen?
Aber das ist halt Namibia! Hosenstall offen
Ihre Susann Kinghorn

 

Stars sind ständig dem Blitzlichtgewitter der Paparazzi ausgeliefert, die genau auf so eine Kleiderpanne warten. Jüngstes Opfer eines solchen Fauxpas war Ex-Beatles Sänger Paul McCartney, der den Fotografen mit offenem Hosenstall auf dem roten Teppich zuwinkte. Er wurde natürlich nicht, wie ich jüngst in der Swakopmunder Haupstraße, netterweise auf seine Vergesslichkeit aufmerksam gemacht.

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