Paul Wlotzka und der Baken

FOLGE 1

Die 33 km nördlich von Swakopmund gelegene kleine Ansiedlung Wlotzkabaken mit etwas über 100 Privathäusern wird von einer Handvoll Einwohnern dauerhaft bewohnt, ansonsten verbringen Inländer sporadisch ihren Urlaub dort.
Hanspeter Mühlbach, Zahnarzt in Frankfurt, hat die Informationen, die hier in vier Folgen wiedergegeben werden, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die meisten Angaben erhielt er wiederum von Birgit Hallwachs Wlotzka, Axel Wlotzka aus Windhoek, dem derzeit wohl einzig lebenden Verwandten, der Paul Wlotzka noch persönlich gekannt hatte, Gerti Heussen, seiner Mutter Callista Mühlbach, geborene Gebser, die wohl älteste lebende Zeitzeugin, die den Bau der ersten Häuser von Wlotzskabaken miterlebt hat und heute im Prinzessin Rupprech-heim in Swakopmund lebt sowie von der Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund.
Paul Hermann Wlotzka wurde 1870 in Allenstein/Preussen geboren und starb 1942 in Swakopmund. Aus Wlotzkas` Jugendzeit ist nichts bekannt.

 

Paul Wlotzka auf seinem zerschossenen Grundstück neben dem Funkturm in Swakopmund, nachdem die Südafrikaner am 14. September 1914 mit dem Hilfskreuzer Armadale Castle eigentlich den Funkturm zerstören wollten, wobei 17 Schuss daneben gi-gen.

Foto: Wissenschaftliche Gesellschaft Swakopmund

 

1893, also mit 33 Jahren, kam Paul Wlotzka als Schutztruppler nach Südwestafrika. 1893 war das Jahr der ersten Hereroaufstände. Major Theodor Leutwein wurde 1893 entsandt, um Leutnant Hugo von Francois zu unterstützen. Sie besiegten Hendrik Witbooi 1894.
Wlotzka diente bis etwa 1899 in der Schutztruppe.
Der ,,Kleinen Chronik Swakopmund” von Ursula Massmann (geb. Schenck) zufolge heiratete Paul seine Frau Martha Koritke in Middelburg /Südafrika. Sie stammte aus Königsberg /Ostpreussen.
,,1903”, so schrieb Massmann, ,,ließ Paul Wlotzka seine Frau und zwei Töchter mit der ‘Lulu Bohlen’ aus Deutschland nachkommen.” Der Dampfer strandete allerdings vor Liberia und die geretteten Passagiere wurden all ihrer Habe beraubt. Die ‘Woermann’ brachte die Gestrandeten wieder nach Hamburg und anschließend nach Südwestafrika, wo sie am 27.Dezember 1903 anlandeten.
1906, nach dem zweiten Hereroaufstand, genehmigte der Deutsche Reichstag den Bau der Südbahn von Lüderitzbucht nach Keetmanshoop. Paul soll hier beim Bau als Kutscher gearbeitet haben. 1908 feierte man die Einweihung der Strecke….
Fortsetzung folgt

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